Meine schwerste Entscheidung

Spitzenpolitikerinnen und -politiker im Gespräch

#40 Sven Schulze über ein TV-Duell mit der AfD, seine 100-Stunden-Woche und die Frau an seiner Seite

Meine schwerste Entscheidung

Veröffentlicht am 07.05.2026 / 05:50

Anmerkungen

Sven Schulze ist Deutschlands jüngster Ministerpräsident - und er hat in diesem Jahr eine der schwersten politischen Aufgaben von allen: Der 46-Jährige muss verhindern, dass zum ersten Mal ein AfD-Politiker Ministerpräsident in einem Bundesland wird. Bei der Wahl in Sachsen-Anhalt geht es um alles – nicht nur für Schulze, sondern auch für seinen Parteichef, Kanzler Friedrich Merz.

Wäre der Diplom-Wirtschaftsingenieur lieber gar nicht erst in die Politik gegangen, wenn er gewusst hätte, was auf ihn zukommt? Und wie fühlt es sich an, wenn ganz Deutschland zuschaut, ob die Brandmauer gegen die extrem Rechten hält? Schulze erklärt im Gespräch mit Julia Emmrich und Jochen Gaugele seine Strategie für den Wahlkampf und erzählt von seinem Alltag mit der 100-Stunden-Woche. 

Als schwerste Entscheidung bezeichnet Schulze den Kurswechsel, den er 2014 vollzog – und der sein Leben bis heute bestimmt. Er beendete seinen erfolgreichen Weg in der Wirtschaft und wurde Berufspolitiker: Mit Anfang 30 geht er als Abgeordneter nach Brüssel. Sieben Jahre später kommt er als Wirtschaftsminister zurück nach Sachsen-Anhalt. Der nächste Schritt kam in diesem Frühjahr: Schulze wurde Nachfolger von Langzeit-Ministerpräsident Rainer Haseloff.

Im Podcast erzählt Schulze, was der Schritt für seine junge Familie bedeutete – und wieviel Zeit heute noch für seine Frau und die Kinder bleibt. Er steht um 5.30 Uhr auf und kommt oft erst um Mitternacht nach Hause. „Ich arbeite zwischen 80 und 100 Stunden pro Woche“, sagt Schulze, und dass er trotzdem versucht, im Alltag zu Hause Aufgaben zu übernehmen: Es geht um Elternabende, wo der Ministerpräsident über die Frage reden muss, ob die Äpfel für den Klassenausflug geschnitten werden sollen – aber auch um seine ganz besondere Art, die Spülmaschine einzuräumen. Viel wichtiger aber: Ehefrau Kati Schulze ist bis heute seine wichtigste Ratgeberin. „Wenn man auf diesem Level Politik macht, hat man viele Schulterklopfer“, sagt Schulze. „Was man wirklich braucht, sind die Menschen, die einen auch mal kritisieren.“

Sven Schulze sieht sich selbst als „Kämpfer“: Er sei oft der Jüngste gewesen und habe sich immer erstmal durchsetzen müssen. Seine Herkunft machte es nicht leichter: Wer aus Sachsen-Anhalt komme, werde oft unterschätzt. Das Land gelte eben in den Augen vieler als das „Bielefeld“ unter den Bundesländern, bekannt nur durch die A2, mit der man hindurchfahre. 


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