Meine schwerste Entscheidung

Spitzenpolitikerinnen und -politiker im Gespräch

Julia Klöckner über Organspende, Krawall im Bundestag und echte Stimmungskiller

Meine schwerste Entscheidung

Veröffentlicht am 29.09.2026 / 05:50

Anmerkungen

Julia Klöckner polarisiert. Die einen bewundern die Bundestagspräsidentin für ihre forsche Art und ihre klaren Positionen – die anderen werfen der CDU-Politikerin ihr christlich-konservatives Weltbild vor. Im Gespräch mit Julia Emmrich und Jan Dörner erzählt Klöckner, wie sie wurde, was sie heute ist.


Von dem kleinen Mädchen, das der Vater erst ganz anders einschätzt („Wir dachten zunächst, das wird so ein ganz Ruhiges“), über die Jugendliche, die Traktor fährt und sich mit dem großen Bruder prügelt („Daher kommt das Geländegängige“), bis zum zweithöchsten Amt im Staat. Auf die Frage, ob sie manchmal Angst hat, als Parlamentspräsidentin die Kontrolle über den Saal zu verlieren, wenn es von rechts und links Krawall gibt, ist ihre Antwort jedenfalls ganz klar: Nein. Und sie selbst? Hat sie Angst, dass ihr mal der Kragen platzt? Davon, sagt sie, ist sie weit entfernt. „Sie haben mich noch nicht erlebt, wenn ich ausraste.“  


Als schwerste Entscheidung bezeichnet Klöckner ihren Entschluss, in der Debatte über die Reform der Organspende in Deutschland persönlich gegen schärfere Regeln zu votieren. Die Einführung einer Widerspruchslösung, nach der man einer Organspende aktiv widersprechen müsste, lehnt sie ab. „Es ist schon ein Unterschied, ob ich proaktiv aus freien Stücken zu etwas zustimme oder ob der Staat für mich erstmal eine Entscheidung trifft, generisch: ‚Du bist erstmal Organspender‘.“


Und dann ist da noch die Sache mit dem Glas Wein am Abend. Okay oder nicht okay? Die Winzertochter hat da eine klare Meinung. 


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